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Beziehungskreise 3.Teil: Die Beziehung zu anderen Menschen


Von den drei Beziehungskreisen ist dieser Kreis derjenige, der allgemein die meiste Aufmerksamkeit bekommt.


Das Leben beginnt mit zwischenmenschlichen Beziehungen im engsten Rahmen, und durch die gesamte Lebenszeit hindurch begleiten sie uns in den verschiedensten Formen.


Familie, Freunde, Bekannte, Partner, Liebe, Sexualität, Hobbies, Chef und Kollegen, Nachbarn, usw.


Es ist offensichtlich, dass jeder Mensch von den Beziehungen zu anderen Menschen in gewisser Weise abhängt, oder zumindest ein Bedürfnis nach Beziehung hat.

Die Ebenen, auf denen Beziehungen zwischen Menschen stattfinden, sind materiell, körperlich, seelisch, und geistig. Meistens ist es eine Mischung aus diesen Aspekten.


Zudem hat jeder natürlicherweise verschiedene Beziehungssysteme, die ihn beeinflussen und die er selbst beeinflusst.


Es wird geschätzt, dass man in seinem Leben bis zu 20.000 Menschen kennenlernt, die meisten davon sind aber nur flüchtige Bekanntschaften.


In jeder Beziehung gibt es Motivationen bei den Beteiligten. Sie sorgen dafür, dass wir Beziehungen eingehen, sie erhalten wollen, oder sie abbrechen.

Seine Motivationen für Beziehungen zu erkennen, eröffnet gute Lösungsansätze wenn sich Probleme entwickeln.


Und jede Beziehung zu einem anderen Menschen gibt uns etwas.

Auch wenn man zum Beispiel das Gefühl hat, dass man selbst nur gibt, während die anderen nehmen.

Wir erhalten trotzdem ein (Lern-)Geschenk auf einer oder mehreren Ebenen.


"Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen."

- Guy de Maupassant


So wie eine Pflanze ihre Bedingungen braucht um zu wachsen, braucht der Mensch Beziehungen zu anderen Menschen, um zu leben und sich (weiter) zu entwickeln.


Den Begriff "Seelennahrung" kann man auch hierfür verwenden, finde ich.


Die Beziehungen zu anderen Menschen sind ein Teil unserer Seelennahrung.

Zusammen mit anderem sind sie das für die Seele, was die Nahrung für den Körper ist.


Es kommt vor, dass man auf der Suche nach einem bestimmten Gefühl ist, das in Beziehungen erzeugt wird und ein Bedürfnis befriedigt.

Als würde man hungrig durch die Stadt laufen, um ein Restaurant zu finden wo es das Lieblingsessen gibt.


Wir verbinden Essen und Trinken gerne mit der Pflege unserer Beziehungen.

Vielleicht weil dadurch ein äußerliches Ritual stattfindet, welches das innere Erleben von Verbundenheit widerspiegelt?


Das Date mit Essen zu Hause oder im Restaurant, mit Freunden in einer Bar etwas trinken gehen, die Familie trifft sich am Mittagstisch, Sonntagsessen bei den Großeltern, Kaffee und Kuchen bei Bekannten, Picknick im Park, Geschäftsessen, ...


Erlebnisse mit anderen Menschen können, genau wie eine Mahlzeit, gut verdaulich sein, oder aber auch schwer im Magen liegen.


Der Geruchssinn entscheidet bei der körperlich intimsten Form der Beziehung, der Sexualität, unterbewusst in Sekunden, ob unser Gegenüber ein passender Partner ist um gesunde Nachkommen zu zeugen.

Beim Küssen kann man sein Gegenüber förmlich schmecken.


Bei der Partnerwahl geht es auch um den persönlichen "Geschmack".


Und weil diese Verbindung von Gefühlen, Geschmack und Geruch so stark ist, eignet sich der Vergleich, um spielerisch ein Bild für das eigene Beziehungsverhalten zu bekommen.

In Paarbeziehungen, sowie in allen anderen Beziehungsformen, kann das auch gemeinsam getan werden.


Im besten Fall versucht man, das einfach wertfrei zu entdecken.


Nehmen wir an, unsere Beziehungen zu anderen Menschen sind wie eine fertige Mahlzeit, die bei jedem Kontakt von beiden immer wieder neu zubereitet wird.


Das Rezept gibt den Kochablauf vor, und was am Ende dabei herauskommen soll.

Es entsteht, indem verschiedene Persönlichkeitsanteile aufeinander treffen.

Hier spielen eigene Erfahrungen und Lernprozesse, Prägungen und Motivationen hinein.


Auch die persönlichen Vorlieben:

Ist man eher der Typ für einfache Gerichte, oder komplizierte? Stockbrot am Lagerfeuer oder High-End-Dinner?

Einfach loslegen und improvisieren, oder ein strukturiertes mise en place?


Im Rezept stehen ebenfalls die Zutaten:

Bedürfnisse, Ängste, Erwartungen, Vorstellungen, Hoffnungen, Wünsche, Ideen, Inspirationen, ...


Unsere Fähigkeiten, die wir uns bisher in zwischenmenschlichen Zusammenhängen erarbeitet haben, helfen uns bei der Zubereitung.

Ist man zum Beispiel kompromissbereit, oder eher starr bei seiner Ansicht...


Die Form der Beziehung hat ebenfalls Einfluss auf das gemeinsame Zubereiten:

In frischen Liebesbeziehungen zum Beispiel versuchen wir gern etwas exklusives, beeindruckendes.


Natürlich werden die Gerichte ebenfalls von den Themen bestimmt, die persönlich gerade aktuell sind. Je nach dem werden andere Rezepte hervorgeholt.

Manchmal muss man sich zuerst auf ein Rezept einigen.


Das Zubereiten ist der erste Teil. Danach wird serviert und gegessen.

Während alldem spielt das mit einander reden eine wichtige Rolle.


Schmeckt es beiden?


Wie läuft die Unterhaltung nebenher?


Hier ist Platz für viele weitere Fragen...


Essen kann gut schmecken, es muss deshalb noch nicht gesund sein. Wurde gesund und frisch gekocht, oder gab es Fastfood?


So wie wir auf gesunde Ernährung achten können, haben wir die Möglichkeit, darauf zu achten, was unsere Beziehungen in uns auslösen.

Tut das Gesamtkonzept unserer Beziehungssysteme der Seele gut?


Wie bei der Ernährung, ist auch in Beziehungen die Ausgewogenheit wichtig.


"Der Sinn des Lebens besteht nicht darin, ein erfolgreicher, sondern ein wertvoller Mensch zu sein."

- Albert Einstein




Mit den allerbesten Grüßen,

Sascha

 
 
 

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