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Beziehungskreise 2. Teil: Die Beziehung zur Natur


"Ich bin Leben, dass leben will, inmitten von Leben das leben will."

- Albert Schweitzer


Menschen sind ein Teil der Natur. Und wir sind im Alltag oft so sehr mit anderen Dingen beschäftigt, dass wir es nicht mehr wahrnehmen.


Dabei ist die Beziehung, die wir als Mensch mit der Natur haben, ein Bestandteil unserer Persönlichkeit.

Sie beeinflusst die Emotionen und die Gefühle, sowie die Interpretation und die Wahrnehmung der Natur. Im weitesten Sinn umfasst das alles, was uns materiell umgibt.


Die Beziehung mit der Natur fließt in unserem Verhalten mit, und erreicht so auch unser Umfeld das wir mitgestalten.

Der Lebensstil wird von ihr mitgeprägt, und über die Generationen weitergegeben.

Das zeigt sich in verschiedensten Lebensbereichen: Ernährung, Konsum, Mobilität, Freizeitgestaltung, Wohnen, Arbeiten. Auch in der Wissenschaft, der Politik, usw.


Gleichzeitig wirkt die Natur in jedem Menschen, durch seinen Körper, durch seine Umgebung, durch globale Ereignisse, und auch durch kosmische Ereignisse.

Unabhängig von seiner inneren Einstellung ihr gegenüber.


Ein Ausschnitt der unglaublich vielen Einflüsse, denen wir jeden Tag ausgesetzt sind:


Nährstoffe, Hormone, Neurotransmitter arbeiten innerhalb unseres Körpers, und beteiligen sich dadurch an unserer Befindlichkeit.


Die sinnliche Wahrnehmung der Natur im Aussen löst körperliche und seelische Prozesse in uns aus.

(Wissenschaftliche Forschungen belegen die positive Wirkung von Naturerlebnissen auf den Körper und die Psyche.)


Wetter, Luftdruck, UV-Strahlung, Tages- und Jahreszeiten, Mondphasen, die Erdfrequenz, u.v.a., wirken auf unser momentanes Wohlgefühl.


Körperprozesse beeinflussen die Gefühle und Gedanken, Gefühle und Gedanken beeinflussen die Körperprozesse.


Dass wir einen Mehrwert davon haben, wenn wir uns mit unserer Beziehung zur Natur beschäftigen, liegt also auf der Hand.


So kann man beim eigenen Körper beginnen, zum Beispiel mit einer einfachen Frage:


Hält man Schmerzen einfach aus, oder

greift man zu Schmerzmitteln, oder versucht man zu ermitteln, was sie verursacht, und welche weiteren Lösungen es dafür gibt?


Im Alltag gibt es viele Situationen, in denen man kurz innehalten kann, um in seine Beziehung zur Natur hineinzufühlen.

Zum Beispiel, wenn Dissonanzen entstehen und etwas sich nicht harmonisch anfühlt. Oder wenn das Gewissen sich meldet.

Oder wenn man durch Zufall auf etwas aufmerksam wird.


Jede Dissonanz in unserem Körper ist in meinen Augen eine Einladung zu einer Entdeckungsreise in die natürlichen Zusammenhänge der Welt.

Wenn dann bei Schmerzen vorerst das Schmerzmittel aus Gründen als Ergebnis dabei herauskommt, ist das so.


Es geht um den Weg, den man damit gegangen ist.

Er fördert die Aufmerksamkeit für die Beziehung zur Natur.


Zwischenmenschliche Beziehungen leben unter anderem von gemeinsam verbrachter Zeit, von gemeinsamen Erlebnissen.

Das ist auch in der Beziehung mit der Natur so.


Konkret bedeutet das:

Sich zuwenden, verstehen und erkennen wollen.

Und dadurch auch sich selbst entdecken.

Ein Stück ganzer und heiler werden, indem man aktiv die Distanz überwindet, die schnell im Alltag entstehen kann.


Albert Einstein sagte:

"Schau tief in die Natur, dann wirst du alles besser verstehen."


Wer seine Beziehung zur Natur zeitweise etwas mehr in den Fokus rücken möchte, kann sich beispielsweise fragen:


• Wie ist das Wetter gerade und wie wird es sich in den nächsten Stunden entwickeln? Wodurch wird das beeinflusst?


• Was weiß ich über die

- Mineralien

- Pflanzen

- Tiere

in meiner nahen Umgebung, und welchen Platz haben sie im Ökosystem?


• Wie gut kenne ich meinen Körper und die Prozesse, die mich am Leben erhalten?


• Welche Signale (positive und negative) sendet mein Körper mir jeden Tag, und wie reagiere ich darauf?


• Wieviel Zeit verbringe ich pro Woche in, bzw. mit der Natur? Will ich es so?


• Wie gut kenne ich mich mit den natürlichen Zusammenhängen der Welt aus?


• Und viele mehr, je nach Interesse


Ob man beim Fragen nach Nutzen oder Neigung vorgeht, ist nicht so wichtig. Ob man den Zugang über den Verstand oder das Gefühl sucht, ist Geschmackssache.

Vielleicht ergibt sich daraus der ein oder andere Impuls, den man weiterverfolgen will?


Es liegt am Ende bei jedem selbst, wie er diese Beziehung gestalten möchte.


Aktiv in und mit der Natur zu leben, wirkt positiv auf den Körper, die Seele und den Geist.

Und auch die Menschen in unserem Umfeld haben etwas davon.

Zum Beispiel Partner, Kinder, Freunde und Verwandte, ....


Hier noch ein paar Ideen für gemeinsam gestaltete Zeit in oder mit der Natur:


• Gemeinsame Gärtnerprojekte (auch auf dem Balkon) zur Selbstversorgung

• Übernachtung im Freien (evtl. mit gemeinsam geplanten Abendessen)

• Bachwanderung (wenn möglich: bis zur Quelle)

• Nachtwanderung durch den Wald

• ...


Im Internet sind weitere Ideen unter dem Begriff "Mikroabenteuer" zu finden.

Alles, was Erlebnisse mit der Natur entstehen lässt, ist wertvoll für unsere Beziehung mit ihr.

Und wenn man nur einmal im Monat Zeit dafür hat, macht es das nicht weniger wertvoll.


"Die Natur ist zugleich Buch und Schrift, Märchen, Gemälde und Lied."

- J.W. Goethe




Mit den allerbesten Grüßen,


Sascha

 
 
 

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